Teil 2: Spielzeug selber nähen - so einfach ist es eben (nicht)!

Von EU-Richtlinien und deren Umsetzung

Im ersten Teil ging es darum, überhaupt erst einmal zu klären, was denn alles als Spielzeug gilt. Jetzt widmen wir uns der Frage, was es alles an theoretischem Wissen und Pflichtlektüre braucht, um endlich mit dem Testverfahren und der praktischen Umsetzung starten zu können.

 

 

Bildquelle: www.https://www.kritzelklein.com/


Zuerst muss man sich einige Dokumente zu Gemüte führen, welche man kennen sollte, um sicheres Spielzeug herstellen zu können (Quelle: https://ec.europa.eu/commission/index_de). Hier sind einige Beispiele (Liste ist gegebenenfalls zu ergänzen):

  • "EU-Richtlinie 2009/48/EG des europäischen Parlaments über die Sicherheit von Spielzeug": Diese ist der offizielle Gesetzestext der EU-Kommission und die Grundlage für alle weiteren Verordnungen.
  • “Erläuternde Leitlinien zur Richtlinie 2009/48/EG“: Diese dienen dazu bestimmte Sachverhalte und Verfahren aus der EU-Richtlinie genauer zu erklären.
  • Ein anwendungsbezogenes Dokument, das schon mal erklärt, welche Unterlagen anzufertigen sind, stellen die “Technischen Unterlagen zur Richtlinie 2009/48/EG" dar.
  • Und last but not least, die Königin unter den Dokumenten, stellen die kostenpflichtigen DIN EN 71-Normen dar. Diese legen die physikalischen, mechanischen und chemischen Eigenschaften und Grenzwerte sowie die Testverfahren fest, die Spielzeuge haben bzw. durchlaufen müssen, um als sicher zu gelten. Insgesamt bestehen die DIN EN 71-Normen aus 11 Teilen. Die drei wichtigsten bei selbstgenähtem Spielzeug sind EN 71-1 über die physikalischen und mechanischen Eigenschaften, die EN 71-2 zur Entflammbarkeit und die EN 71-3, die sich mit der Schadstoffbelastung von Spielzeug befasst (Quelle: http://www.beuth.de/)

So nun aber los! Weiter geht es mit der praktischen Umsetzung. Das Zauberwort hierfür heißt Konformitätsbewertungsverfahren. Ein langes und kompliziertes Wort, das es in sich hat!

 

Es ist ferner ein Verfahren, um nachzuweisen, dass das Spielzeug die Anforderungen nach § 10 der Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug (2. GPSGV) und Anhang II der Richtlinie 2009/48/EG erfüllt (Quelle: https://www.it-recht-kanzlei.de/Thema/verkauf-spielzeug-kennzeichnung.html?#sect_1).

 

Mit anderen Worten: Das Konformitätsbewertungsverfahren bedeutet, dass man festlegt, auf welche Weise die Konformität bewertet wird – nämlich:

  1. durch externe Testverfahren (z.B. TÜV o.ä., hier wird man schnell mal Summen im 4-stelligen Bereich los, was für Kleinunternehmer eine Utopie ist und nicht bezahlbar) oder
  2. man führt alle Tests selber durch á la „das schaffe ich auch“.

 So, nun wissen wir zumindest theoretisch, was wir alles können bzw. lesen sollten.

Im nächsten Teil geht es dann um die praktische Umstetzung!

 

Alles Liebe,

eure Frau HuPe